Wie lassen sich rheumatische Erkrankungen zuverlässig erkennen? 

Schmerzen, Müdigkeit, Haarausfall, Depressionen - nur ein Bruchteil der Beschwerden, die rheumatischen Erkrankungen mit sich bringen können. Die Symptome sind vielfältig und zumeist unspezifisch. Das macht die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung häufig zu einer Herausforderung.

Über 100 verschiedene Erkrankungen umfasst der rheumatische Formenkreis, so der medizinische Begriff. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Rheumatische Erkrankungen fangen bei Gelenkentzündungen an und können bis zu Gelenkzerstörungen führen. Auch Muskeln, Sehnen, Haut, Haare und fast alle Organe können betroffen sein. Für eine zuverlässige Diagnose ist es entscheidend klinische Befunde mit bildgebender und labormedizinischer Diagnostik zu verknüpfen. Als Laborexperten auf diesem Gebiet unterstützen wir mit zahlreichen Tests. Nehmen Sie bei Fragen gerne Kontakt zu uns auf. Weitere ausführlichere Informationen lesen Sie in unserer Fachinformation Klinik und Laboranalytik bei rheumatologischen Symptomen.

C-reaktives Protein

Bei der Diagnostik rheumatischer Erkrankungen ist es entscheidend, entzündliche von nicht entzündlichen Beschwerden zu unterscheiden. Das lässt sich mit dem CRP-Wert herausfinden, der erhöht ist, wenn im Körper eine Entzündung vorliegt. Bei der Rheumatoiden Arthritis (rA) werden bei mehr als 90 % aller Erwachsenen erhöhte CRP-Werte gefunden. Ruhe, Analgetika und nicht-steroidale Antirheumatika beeinflussen die CRP-Konzentration nicht. Immunsuppressiva (Cortison) führen zu einem schnellen Rückgang des CRP-Spiegels.

Das CRP ist aber auch erhöht, wenn eine andere Erkrankung Ursache für die Entzündung ist. Deswegen empfehlen wir weitere Tests für eine Diagnostik durchzuführen.

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Blutsenkungsgeschwindigkeit

Auch eine erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) weist auf eine Entzündung im Körper hin. Bei chronischen rheumatischen Erkrankungen, insbesondere bei Kollagenosen, aber auch für die Polymyalgia (PMR), ist die BSG ein zuverlässigerer Indikator des längerfristigen Krankheitsverlaufs als das CRP. Bei der Arteriitis temporalis ist die starke Beschleunigung der BSG beweisend. Virusinfektionen beeinflussen die BSG weniger als die CRP-Konzentration.

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Rheumafaktor

Der Rheumafaktor (RF) ist ein so genannter Auto-Antikörper, der vom überreagierenden Immunsystem gebildet wird und gegen körpereigene Bestandteile gerichtet ist. Bei etwa der Hälfte der Patienten mit entzündlichem Gelenkrheuma ist der Rheumafaktor vorhanden, also positiv. Ein positiver Rheumafaktor kann aber auch bei anderen Erkrankungen des Muskel- oder Skelettsystems vorkommen. Und in seltenen Fällen ist der Rheumafaktor bei gesunden Menschen nachweisbar. Deswegen empfehlen wir den Rheumafaktor mit weiteren Parametern, zum Beispiel dem Anti-CCP-Test (CCO-AK) zu komibieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich dadurch Fehldiagnosen vermeiden lassen und frühzeitig mti einer Therapie begonnen werden kann, möglicherweise bevor irreversible Gelenkszerstörungen auftreten.

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Anti-CCP-Test

Anti-CCP können bis zu 9 Jahre vor Ausbruch klinischer Symptome vorhanden sein. Finden wir bei unklaren arthritischen Symptomen anti-CCP im Blut, besteht ein sehr hohes Risiko (bis zu 93 %) für die Entwicklung einer rA innerhalb von 3 Jahren. Dieser Umstand ist für den Primärarzt, in dessen Praxis sich die Patienten mit den - häufig uncharakteristischen - Frühsymptomen einer chronischen Polyarthritis vorstellen, von enormer Bedeutung. Bei rund 60 % bis 75% der Patienten mit rA ist der Anti-CCP-Test positiv.

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